Sogar die Zeitung schrieb darüber, denn in der Tat ist es ein Märchen, was der junge Alexej Nikulin, von seinen Freunden und Bekannten nach russischer Art Aljoscha genannt, erlebt hat. Ein Märchen freilich, dass nur dank Jörg Duss wahr wurde!
Schon in der Primarschule zeichnete sich Aljoscha durch seine ungewöhnlich hohe Intelligenz aus. Seine erste Lehrerin, Frau Filimonowa, weiss zu berichten, dass sie jeweils kaum die zu lösende Aufgabe an der Wandtafel fertig schreiben konnte, als schon Aljoschas eifrige Stimme zu hören war: "Ich hab's!"
Aber Aljoscha stammte aus einer bitter armen Familie. An eine Ausbildung an einer höheren Lehranstalt war gar nicht zu denken. Da wandte sich Frau Filimonowa, die ihren hochbegabten ehemaligen Schüler ins Herz geschlossen und nicht aus den Augen verloren hatte, in ihrer Ratlosigkeit an Jörg Duss um Hilfe. Jörg war auch nicht reich. Aber das Schicksal des lernbegierigen jungen Menschen rührte ihn so sehr, dass er sich sofort bereit erklärte, Aljoschas armseliges Stipendium aus seinen eigenen bescheidenen Mitteln zu vervierfachen, um ihm das Studium in Moskau zu ermöglichen.
So kam Aljoscha, unter Einsatz aller seiner Kräfte und Fähigkeiten, die ersten, recht schweren zwei Jahre über die Runden. Daraufhin erhöhte Jörg, wiederum aus der eigenen, nicht sonderlich vollen Tasche, seine uneigennützige Hilfe. Aber dann erhielt Aljoscha dank seiner ausgezeichneten Noten ein etwas höheres Stipendium, ausserdem begann er selber etwas dazuzuverdienen, zuerst durch gewissenhafte Arbeit am Institut als Laborant, und dann, indem er begann, als Ingenieur-Programmierer beim Lehrstuhl für Physik ein elektronisches Lehrmittel auszuarbeiten.
In diesem Jahre wird Aljoscha sein Universitätsstudium beendet haben. Sein Fleiss und seine Lernbegierigkeit sind dieselben geblieben. Lächelnd sagt er: "Das Studium macht mir grosse Freude. In der Schule war ich ein Dilettant mit breiten Kenntnissen. Nun ist zwar das Spektrum sehr viel enger, aber dafür erweitert und vervollständigt sich das Fachwissen."
Aljoscha hat kaum Zeit, an seine Zukunft zu denken, aber Sorgen darum braucht er sich kaum zu machen. Er weiss auch, wem er das verdankt:
"Danke, Jörg, für deine gute Tat und dein gutes Herz!"
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