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Das Schicksal von Herrn Tkatsch

(Ein Brief, der bei Raduga Tarusskaja in Tarussa eintraf)

Im November 2005 wurde ich mit einer sehr schwierigen Situation konfrontiert. Es ging um den kranken Herrn Nikolaj Walentinowitsch Tkatsch, Geburtsjahr 1946. Er befand sich zufällig in Tarussa bei Bekannten,


nachdem er schon viele Jahre durch Russland und die Ukraine gezogen war. Er war ein hochqualifizierter Werkzeugschlosser. Nach langjähriger Arbeit in unterschiedlichen Fabriken, die letzte in Woronesch, konnte er, bedingt durch den Zerfall der Produktionsstätten in den GUS-Staaten, keine Arbeit mehr in seinem Beruf finden. In Tarussa beschäftigte er sich mit der Herstellung von Kunsthandwerk aus Holz, womit er sich seinen Lebensunterhalt verdiente. Dabei wohnte er bei Bekannten oder mietete sich ein Zimmer.

Er lebte unangemeldet, da sein alter sowjetischer Pass ohne die Bestätigung der russischen Staatsbürgerschaft eine Anmeldung nicht zuliess. Aus dem gleichen Grunde war er nicht krankenversichert.

Als er unerwartet krank wurde (ihn quälten Kopfschmerzen und Schmerzen in der Wirbelsäule), konnte er nicht mehr arbeiten. Nach Woronesch zu fahren, um seine Dokumente in Ordnung zu bringen, war er nicht in der Lage. Als Kranker wurde er nicht mehr gebraucht, Verwandte konnten wir selbst mit grösster Anstrengung keine ausfindig machen. Da er keine gültigen Papiere und keine Krankenversicherung hatte, wollte sich niemand um ihn kümmern.

Nur dank der Stiftung “Raduga Tarusskaja” und deren hilfsbereiten Mitarbeitern, denen das Wohl der Menschen am Herzen liegt, gelang es, den schwerkranken Mann zu hospitalisieren und seine Pflege zu garantieren.

Im Namen einiger Bekannten und Freunde des Herrn Tkatsch danke ich den Mitarbeitern der Stiftung “Raduga Tarusskaja” für ihr Engagement, für die Fürsorge, die sie vielen kranken hilflosen Menschen in Tarussa und Umgebung zukommen lassen. Bei der Gleichgültigkeit des Staates seinen Bürgern gegenüber ist die Tätigkeit der Stiftung die einzige Hoffnung für viele kranke und alte Leute.

Alexander Wladimirowitsch Maslow


Herr Tkatsch starb an Blutkrebs und offener Tuberkulose im März 2006 im Bezirksspital von Tarussa. Von der Seite der Stiftung RADUGA möchten wir unseren Dank speziell auch an Anita Staub richten, die Krankenschwester aus der Schweiz. Sie arbeitete ein halbes Jahr ehrenamtlich für die Stiftung und betreute in dieser Zeit aufopfernd den einsamen Herrn Tkatsch.

Stiftung RADUGA


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Reise in den russischen Sommer 2010

Erleben Sie mit uns eine Reise in die russische Provinz! Wir offerieren Ihnen erneut einen einwöchigen Einblick in die russische Seele in Tarussa und Umgebung im Juli 2010. Gleichzeitig haben Sie die Gelegenheit, unsere Stiftungsarbeit vor Ort kennenzulernen.