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Die Wende in Ninas Leben |
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Fortsetzung von „Nina, die junge allein erziehende Mutter“
Im vorangegangenen Artikel berichteten wir über die Probleme, vor die sich die junge Nina gestellt sah. Für uns Stiftungsmitarbeiter beginnen immer verschiedene Mechanismen zu laufen,
sobald wir auf einen bedürftigen Menschen treffen. Als erstes verschaffen wir uns ein möglichst klares Bild von der bestehenden Situation. Häufig holen wir uns zusätzliche Informationen von anderer Stelle ein. Als zweiten Schritt definieren wir die dringendsten Bedürfnisse.
Über all die Jahre hat RADUGA die verschiedensten Projekte aufgebaut, die gut funktioniert haben, sodass wir in solchen Fällen auf die gewonnenen Erfahrungen zurückgreifen können. Bei Nina, die folgende Charakteristiken aufweist: Jung, gesund, mit einem Beruf, aber ohne Arbeit, ohne Wohnung, ein kleines Kind auf dem Arm, war für uns relativ schnell klar, wo wir den Hebel ansetzen wollten.
Als Erstes: Arbeit! Nina als gelernter Näherin musste umgehend die Möglichkeit gegeben werden, sich mit Arbeit finanziell etwas Spielraum zu verschaffen. Zu diesem Zeitpunkt stand das Stadtfest in Tarussa kurz vor der Tür. Unsere Sozialpädagogin Lidija Jewgenjewna ist selber sehr aktiv als Leiterin einer Tanzgruppe und musste bis zum Fest noch allerlei Kostüme nähen. Nina hatte für eine Woche Arbeit! Da überdies eine Tänzerin kurzfristig ausfiel, sprang sie, und dies mit grosser Freude!, als Ersatz in der Gruppe ein.
Mit diesem Stadtfest hatten wir Zeit gewonnen, Nina war versorgt. Während dieser „Überbrückungszeit“ organisierten wir eine alte Nähmaschine, welche sie zur Benutzung erhielt. Und so ging es los. Erst den Nachbarn, dann Bekannten der Nachbarn und schliesslich einem immer grösseren Kreis von Auftraggebern durfte sie Bettwäsche nähen. RADUGA unterstützte sie dabei, indem wir ihr den Zugang zu einer Stofffabrik verschafften, sowie mit dem anschliessenden Transport der Stoffballen.
Gleichzeitig war unsere Sozialpädagogin unermüdlich daran, Ninas Papiere in Ordnung zu bringen. Unsere langjährigen Kontakte zu Ämtern wie Passbüro, Einwohnerkontrolle, Sozialamt usw. ermöglichten uns ein schnelleres Vorgehen. Denn Nina als Vollwaise hat Anrecht auf eine vom Staat zur Verfügung gestellte kleine Wohnung!
Lesen Sie im folgenden Bericht, was das Resultat von mehreren Monaten Betreuung durch RADUGA Nina gebracht hat.
Jörg Duss
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