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Wie geht es Nina? |
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Erinnern Sie sich noch an das Schicksal von Nina Petrowna Plotnikowa? Im vergangenen Herbst berichteten wir in einem mehrteiligen Artikel, wie sich das Leben von Nina,
seit ihrem ersten Kontakt mit der Stiftung RADUGA, zum Positiven veränderte. Wie sieht ihr Leben heute aus?
Ninas grösste Last im Herbst war ihre Wohnungssorge. Wie Sie sich vielleicht noch erinnern lebte sie jeweils für eine bestimmte Zeit bei einer ihr fremden Familie. Nach ein, zwei Monaten packte sie ihre Sachen wieder zusammen und suchte „Unterschlupf“ bei jemand anderem. Negativ wirkten sich diese Umzüge auf den noch nicht jährigen Kyrill aus. Da sie ihn in immer wieder fremden Wohnungen nicht einfach schreien lassen konnte, trug sie ihn fast ständig auf dem Arm, woran sich der kleine Bub sehr schnell gewöhnte. Dies hatte wiederum zur Folge, dass Nina ihn fast unmöglich, auch nur für eine kurze Zeit, jemandem anvertrauen konnte, da er dann unablässig weinte.
In dieser Zeit stand auf der Arbeitsliste von RADUGA zuoberst und mit grösster Priorität die Wohnungssuche für Nina. Wir benutzten alle uns zur Verfügung stehenden Kanäle, um dieses Problem so rasch wie möglich zu lösen. Da wir Nina mit der Wohnung nicht in eine neue Abhängigkeit stossen wollten, musste unsere Lösung für sie mit dem Erlös aus ihren Näharbeiten finanzierbar sein. Genau hier fingen die Probleme an. Wohnungen im Bereich von 2`500.- bis 5`500.- Rubel (ca. 75 – 160 Euro) im Monat wären leicht zu haben gewesen. Da Nina aber zurzeit im besten Falle auf ein Einkommen von 2`000 – 2`500.- Rubel kommt, war dies nicht realistisch.
Dank unserem Bekanntheitsgrad und dem unermüdlichen Einsatz unserer Sozialpädagogin Lidija Jewgenjewna erhielten wir endlich eine positive Zusage: Nina durfte in einem Mehrfamilienhaus in ein Zimmer, in dem sich früher eine kleine Apotheke befand, einziehen. Bei unserer Besichtigung zusammen mit Nina fanden wir ein Zimmer mit einer Grundfläche von 3 auf 4 Meter vor, und in einer Nische befindet sich, zu unserer freudigen Überraschung, ein 1m2 grosser Raum mit fliessendem Wasser und sogar einer Toilette.
Nina fand kaum Worte für das ihr bescherte Glück. Mit Freudentränen in den Augen plante sie in Gedanken sofort den Umzug. Dank der Hilfsbereitschaft deutscher Staatsbürger in Moskau wurde dieser auch bald zur Realität. Durften wir doch zahlreiche Möbelstücke und auch Geschirr von diesen Menschen entgegennehmen. Für Nina, die bis dahin ihren ganzen Hausrat in drei Plastiktüten verstaut hatte, war der Tag des Umzuges einer der schönsten in ihrem ganzen Leben.
Jörg Duss
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