Katja ist eine 20jährige Waise aus Tarussa. Im Rahmen eines staatlichen Programms hat sie von der Regierung eine 1-Zimmer-Wohnung erhalten. Da sich diese aber in einem schrecklichen Zustand befand, bat sie RADUGA um Hilfe.
Katja wohnt und arbeitet im Studentenwohnheim in Tarussa und verdient umgerechnet 200 Fr. pro Monat als Putzkraft und Nachtwächterin. Bis zum 16. Lebensjahr wohnte sie im Waisenhaus und machte eine Ausbildung zur Konditorin und Sekretärin. Mit der Vollendung des 20. Lebensjahres, bekam sie gesetzmässigen Anspruch auf eine eigene Wohnung. Diese erhielt sie zwar, aber was sie vorfand, war schlicht eine Zumutung. Nebst den völlig heruntergekommenen Wänden, Fenstern, Sanitär- und Kücheneinrichtungen war die Wohnung auch ohne Gas, Strom und Wasser und stank nach Abfluss.
Mit ihrem Gehalt hätte Katja nicht einmal die allernötigsten Instandstellungen finanzieren können. Deshalb entschloss sich RADUGA, der Vollwaise mit einer so genannten „kosmetischen Renovierung“ (kosmetitscheski remont) zu helfen. In diesem Fall ist die Bezeichnung natürlich etwas untertrieben.
Die Totalrenovierung hat RADUGA etwa 6'000 Franken gekostet. Wir haben versucht, wann immer möglich auf bereits vorhandenes Material zurückzugreifen. So haben wir Gasofen, Küchenspüle, Dusche, Toilette und Linoleumboden gefunden, die zwar schon gebraucht waren, sich aber in einem guten Zustand befanden. RADUGA hat die Wohnung schliesslich von Grund auf renoviert, d.h. Wände, Decken, Böden und Türen eingebaut und Wasser-, Gas-, und Stromversorgung installiert.
Katja hat, wann immer es möglich war, selber tatkräftig mit angepackt. Sie hat alle Malerarbeiten ausgeführt, Tapeten geklebt und immer wieder Schutt weggetragen und aufgeräumt.
Die Freude ist nun gross, dass sie von ihrem kleinen Zimmer im Studentenwohnheim endlich mit Bett und Kühlschrank in ihre frisch renovierte, eigene Wohnung ziehen kann.
Berno Z’Brun
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