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„Sans-Papier“ Natalja aus Moldawien |
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Natalja ist nur schon aufgrund ihres jungen Alters nicht das, was man einen nostalgischen Sowjetmenschen nennt, doch auf dem Papier ist sie immer noch Staatsangehörige der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken, UdSSR.
In Nataljas „Paschaport“ (moldawisch) steht: Staatsangehörigkeit: UdSSR, Nationalität: Moldawierin.
Dieser Pass ist inzwischen natürlich ungültig und Natalja damit eine „Sans-Papier“ in Russland. Mit der Geburt ihres dritten Kindes drängte sich die Frage nach dem staatlichen Kindergeld wieder auf, welches sie bisher nicht beantragt hatte. Zusammen mit der Sozialbehörde setzte RADUGA die Abklärungen zu Nataljas Fall in Gang. Abgesehen davon, dass weder sie noch ihre unehelichen Kinder einen geregelten Aufenthaltsstatus in der Russischen Föderation haben, ist Natalja dringend auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Sie lebt mit ihren Kindern und ihrem unregelmässig arbeitenden Partner in einer kleinen Zweizimmerwohnung und kriegt von RADUGA Lebensmittel und Kleider.
Natalja ist vor neun Jahren als Waise aus Moldawien nach Tarussa gekommen.
RADUGA hat sie nun bei den Behördengängen in Kaluga unterstützt. Zuerst mussten die Geburtsscheine der Kinder beantragt werden. Damit Natalja die russische Staatsbürgerschaft erlangen kann, musste dann bei der Moldawischen Botschaft in Moskau eine Bestätigung eingeholt werden, dass sie nicht Staatsbürgerin von Moldawien ist.
Nun hat ihr die zuständige Behörde in Kaluga einen Migrationsschein ausgestellt, mit dem sie in Tarussa auf dem so genannten Passportbüro den russischen Pass beantragen kann. Damit werden Natalja und ihre Kinder legal in Russland leben und hoffentlich mit Kindergeld unterstützt werden.
Andrea Schild
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