|
|
 |
 |
 |
Monatsbericht April 2010 |
|
 |
Das grosse angekündigte Hochwasser ist in Tarussa zum Glück ausgeblieben. Der Wasserstand war etwas höher als in den vergangenen Jahren, doch zu Überschwemmungen kam es nicht. Andere Regionen kamen leider nicht so ungeschoren davon. Im Fernsehen wurden Dörfer in Sibirien gezeigt, die vollständig unter Wasser standen.
Uns erfreut aber die Natur an sich. Bereits Ende April zeigten sich die ersten Birkenknospen, die nun den Wäldern in den Baumwipfeln ein leichtes helles Grün verleihen - nach dem langen und kalten Winter eine reine Augenweide und Freude.
Im Verlauf dieses Monates konnten wir nun das Projekt der ehemaligen moldawischen Staatsbürgerin Natalja abschliessen. Nach langem Papierkrieg und Abklappern der verschiedenen Instanzen erhielt sie mit den Kindern nun die Legalität (s. unser Bericht: „“Sans-Papier“ Natalja aus Moldawien“). Angesichts des Zeitaufwandes, den das für RADUGA bedeutete, begann ich mich wirklich zu fragen, wo denn nun das Problem liegt, dass Natalja in diese Situation geraten ist. Ist es der Staat mit seiner, besonders in diesem Sektor, aufgeblasenen Bürokratie, oder liegt es am Bürger selber? Was ist der Grund? Denn allein mit diesem Problem ist Natalja sicher nicht.
Nach allen meinen Nachforschungen und auch Gesprächen auf den Ämtern kam ich zu der Erkenntnis, dass die Ursache in erster Linie beim einzelnen Bürger liegt. Er muss den Antrag schreiben. Er muss sich darum kümmern, dass er alle nötigen Papiere beisammen hat. Die Erfahrungen, die ich über all die Jahre hier in Russland gemacht habe, zeigen deutlich, dass oft die dazu nötige Eigeninitiative fehlt. Man darf allerdings nicht verallgemeinern und etwa sagen, das gelte vor allem für die sozial niedrigen Schichten. Ich kenne viele Beispiele, die das Gegenteil belegen.
Bei Natalja selber waren ihre Bildung, die Fähigkeit einen Satz zu formulieren und aufs Papier zu bringen, sehr beschränkt. Meine Mitarbeiterin schrieb oftmals die Briefe selber, einfach damit es schneller ging. Man kann sagen, dass Natalja es ohne die Hilfe von RADUGA nie geschafft hätte, alle diese Formalitäten zu erledigen.
Die Bemühungen der russischen Regierung für die Schaffung von Wohnraum für junge Familien begegnen dem selben Problem. Vor einer Woche war ich eingeladen an der offiziellen Eröffnung einer neuen Wohnsiedlung mit Einfamilienhäusern für junge Familien in Tarussa. Diese Häuser werden zu günstigen Konditionen angeboten. Eine Familie mit mindestens zwei Kindern hat zudem Anrecht auf das Staatliche Familienkapital, das unter anderem auch zur Finanzierung des Eigenheimes genutzt werden darf. Bei verschiedenen Gesprächen mit jungen Familien zeigte sich jedoch die Unsicherheit, wie man das alles angehen soll, wo man was nachfragen kann usw. Dank unseren kompetenten Mitarbeitern hier vor Ort können wir solchen jungen Familien mit Rat und Tat beistehen. Unser Kontakt zu den verschiedenen Ämtern ermöglicht es uns, effizient zu helfen. Eine Form von Hilfeleistung, die ebenso wichtig ist wie ein einfaches Lebensmittelpaket!
Mit freundlichen Grüssen
Jörg Duss
|
|
|
[ Aktuelles ]
[ Monatsberichte ]
[ Sozialprojekte ]
[ Selbsthilfeprojekte ]
[ abgeschlossene Projekte ]
[ Berichte Stiftungsrat ]
[ Über uns ]
[ Spenden und Steuern ]
[ Briefe aus Russland ]
[ Kontaktformular ]
[ Reisen ]
© Raduga Stiftung
| © 2004 Design & Programming |
|
 |
|
|