Warum mit Superlativen sparen; Karejewo und seine Bewohnerinnen sind ein echtes Erlebnis! Ein Besuch im Dorf ist wie eine Zeitreise. Wunderschön gelegen, ist Karejewo nur schwer erreichbar. Wenn es trocken ist, kommt man manchmal mit dem Auto hin, ansonsten nur zu Fuss.
Dieses Mal haben wir es mit Monica, unserer Stiftungsratspräsidentin und Jörg, dem Stiftungsleiter, nach einer Fahrt durch einen Fluss, Schlamm und tiefe Furchen mit dem Auto bis vor Ninas Haus geschafft.
Sie und ihre Nachbarinnen Clavdia, Zoja, Lidija und Tamara wohnen als Einzige das ganze Jahr im kleinen Karejewo. Im Sommer haben sie zwei Nachbarn, die sich vor allem dem Trinken widmen. RADUGA unterstützt die Frauen jedes Jahr mit Geld für den Kauf von Brennholz.
Die rund Achtzigjährigen ernähren sich vor allem vom eigenen Garten und von Hühnern und Schafen. Für Gemüse, Eier und Fleisch ist also gesorgt. Die Hühner werden selber geschlachtet, für die Schafe ist der Nachbar zuständig.
Brot, Milch und andere Nahrungsmittel erhalten die Frauen von Verwandten, die ab und zu vorbeischauen oder von Leuten aus Nachbardörfern, die mit dem Auto nach Tarussa fahren. In harten Wintern, so wie der Letzte es war, lässt sich lange niemand blicken.
Was die Frauen im Kühlschrank haben, wurde natürlich bei unserem Besuch aufgetischt. Neben dem wunderbaren Kartoffelstock gab es frischen Salat aus dem Garten, Fischkonserve, Wein und „Sala“ (Speck, aber ohne Fleisch zwischendrin.)
Die Post und somit auch die Rente, Medikamente und manchmal Zigaretten für die Männer bringt übrigens Tamara (s. Foto). Die Briefträgerin ist 74 Jahre alt und trägt die ersehnten Gaben im Rucksack, welcher oft über 10kg schwer ist. Tamara holt die Post in Barjatino ab. Das ist ca. 3,5 Std. entfernt (in eine Richtung, bei gutem Wetter). Ja, Tamara, absolviert den Weg zu Fuss!!
Staunend
Berno Z’Brun
|