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Monatsbericht Mai 2010

Das haben wir verdient! Nach dem langen und kalten Winter erlebten wir einen der wärmsten Maimonate seit Jahren. Beim jeweiligen Blick auf die Europawetterkarte stellten wir immer mit grossem Erstaunen fest, dass wir zu den wärmsten Zonen gehörten.



Vor kurzem hatte ich ein Gespräch mit Pjotr Wladimirowitsch, einem 75 jährigen Rentner, der mir, vor seinem Blockhaus sitzend, über sein Leben erzählte. Das Blockhaus, das in den 50er Jahren unter Anleitung seines Grossvaters gebaut wurde, ist heute noch sein Wohnsitz. Früher lebten bis zu 7 Personen darin, heute ist er alleine. Über den Umstand, wieso er alleine lebt, wollte er nicht sprechen. Die Nachbarn erzählten mir später, dass sein Sohn mit der Familie bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen sei, was er einfach bis jetzt nicht verwunden habe.

Sein Haus, das ohne Wasseranschluss und Kanalisation ist, wird von Hand mit Brennholz gefeuert. Einen grossen Teil seines Tages muss er damit verbringen, sich um Dinge zu kümmern, die für uns Selbstverständlichkeiten sind. Vier Eimer Wasser pro Tag holt er sich gegenüber von der Strasse. Das Abwasser kippt er dann in den Strassengraben. Den Wintervorrat an Brennholz, das er selber spaltet, habe er früher in einer knappen Woche geschafft. Heute verteile er diese Arbeit fast auf den ganzen Sommer. Bis jetzt habe er aber das notwendige Brennholz für den Winter noch immer zusammen gebracht.

Mit Blick in die Abendsonne rieb er sich seine alten, immer noch kräftigen Hände, und meinte dann: ”Das Leben ist irgendwie stehen geblieben.” Ausser dass heute viele Autos, fast ausschliesslich von Moskauer Datschenbesitzern, herumfahren, habe sich seit Jahrzehnten nicht viel verändert. Ja es gebe jetzt mehr verschiedene Lebensmittel im Laden zu kaufen. Früher waren es ausschliesslich eigene Produkte, heute gebe es diese importierten Lebensmittel mit so vielen Konservierungsstoffen, dass er lieber beim Altbewährten bleibe.

Vor dem Abschied fragte ich ihn, wie ich ihm denn in seinem Alltag das Leben etwas erleichtern könnte. „Synok (Söhnchen), ich brauche nichts, ich kann alles, was ich benötige, selbständig erledigen, ja vielleicht nicht alles so schnell wie früher, aber erledigen tue ich es. Es gibt viele, die mehr auf Hilfe angewiesen sind als ich, helft denen!“

Auf der Rückfahrt nach Hause dachte ich immer wieder voll Bewunderung an die Lebenshaltung dieses alten Mannes, der unter diesen Umständen so von sich redet!

Mit freundlichen Grüssen
Jörg Duss


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Reise in den russischen Sommer 2010

Erleben Sie mit uns eine Reise in die russische Provinz! Wir offerieren Ihnen erneut einen einwöchigen Einblick in die russische Seele in Tarussa und Umgebung im Juli 2010. Gleichzeitig haben Sie die Gelegenheit, unsere Stiftungsarbeit vor Ort kennenzulernen.