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Erste Schritte zu einer Selbsthilfegruppe für Behinderte und Angehörige

Als Experte für Fragen im Zusammenhang mit Invalidität leitete Alexander Borisowitsch, selbst körperlich behindert, ein erstes von RADUGA organisiertes Treffen für Angehörige von Menschen mit begrenzten Möglichkeiten (so auch der russische Terminus).



Alexander Borisowitsch vertritt die Interessen Behinderter im Kaluger Oblast und arbeitet als Buchhalter im Zentrum Dobrota, einer Institution für behinderte Kinder in Kaluga.
In seinen Ausführungen sprach er vor allem die Frage des Umgangs der Gesellschaft mit Behinderten an. Es fehlt oft am Glauben, dass Jede und Jeder Ziele erreichen kann und an der Einsicht, dass Behinderte nicht eine andere Kategorie Mensch sind, die bloss Mitleid empfangen dürfen.

Im Gespräch mit den Eltern kam zu Tage, dass es oftmals am nötigen Wissen fehlt. Am Wissen über die Rechte von Behinderten, über Fragen zum Bezug von Pension und Medikamenten. Es war eine gewisse Hilflosigkeit spürbar, die auch daher rührt, dass die Sozialämter oft nicht die nötige Unterstützung bieten; zum Teil weil sie selber schlecht informiert sind.


Alexander packte die Teilnehmenden auch mit persönlichen Erzählungen über seinen mit vielen Hürden gespickten Weg. Seine zwei universitären Abschlüsse beweisen, dass eine Behinderung nicht unbedingt Lebensziele behindern muss.
Alexander klärte über Rechte auf und berichtete von anstehenden Gesetzesänderungen und aktuellen Diskussionen.

Wenn einige der Eltern am Anfang noch skeptisch waren und sich fragten, was das eigentlich genau soll, war die Stimmung am Ende unseres runden Tisches ganz anders. Alle waren sich einig, dass man sich weiterhin treffen sollte und einigten sich bis auf weiteres auf monatliche Zusammenkünfte. Fürs nächste Treffen werden wir ein Dossier mit vielen Informationen im Bezug auf die Rechte von behinderten Menschen zusammenstellen.

Wir hoffen, dass wir mit dem Treffen mit Alexander den Grundstein für eine selbst organisierte Gruppe gelegt haben, in der Eltern, Angehörige und Menschen mit begrenzten Möglichkeiten sich selber organisieren, informieren und zusammen für ihre Rechte einstehen.

Berno Z’Brun


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