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Teuerung verursacht Panikkäufe

Seit dem 1 Januar kämpfen wir nicht nur mit der Kälte. Wie man es in Russland nachgerade gewohnt ist, steigen nach Neujahr die Preise in den Geschäften rapide an. Nicht jedes Jahr trifft es die gleichen Produkte. Waren es im vergangenen Jahr sehr viele Baumaterialen,

stehen jetzt Lebensmittel wie Salz und Zucker auf der Liste. Mit atemberaubender Geschwindigkeit explodieren die Preise dieser wichtigen Nahrungsmittel geradezu.

Was ist der Grund? Einige glauben zu wissen, dies hänge mit dem Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine zusammen, von wo ca. 30 % des Zuckers importiert wird. Andere dementieren diese Meinung vehement. Ehrlich gesagt, ein plausibler Grund ist für mich persönlich zurzeit nicht zu erkennen. Tatsache ist, dass die Menschen in den Geschäften Panikkäufe tätigen und es in vielen Regionen Russlands kaum noch möglich ist, Zucker und Salz zu kaufen.

Die Menschen, mit denen wir durch unsere Arbeit tagtäglich im Kontakt stehen, beklagen sich alle über diese neuerliche Erschwerung ihres Lebens. Diese sozial ohnehin schwache Schicht trifft es wie gewöhnlich am härtesten. Die Renten wurden zwar erhöht, diese Teuerung vermag dies aber nicht einmal zur Hälfte zu kompensieren, denn eine weitere drastische Preissteigerung erlebten Wohnungs- und Hausbesitzer: Strom, Gas und Nebenkosten stiegen teilweise um fast 100%!

Wer weiss, wie gross oder vielmehr wie bescheiden das Budget der einfachen Bevölkerung vorher war, der kann sich vorstellen, wie reichhaltig sich jetzt der Mittagstisch in einer solchen Familie gestaltet. Da die Lebensmittelvorräte in den Kellern langsam zu Neige gehen, macht sich nach und nach der Hunger bemerkbar. Geradezu katastrophal wirkt sich dabei der mit unverminderter Härte anhaltende Frost aus.

Für RADUGA hat so zurzeit die Verteilung von Lebensmittelpaketen an die Bedürftigsten unter den Bedürftigen oberste Priorität. Die grossen Distanzen, der viele Schnee und der Frost machen auch uns die Arbeit nicht immer leicht!

Jörg Duss


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