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Prêt-à-porter in Penza und alternative Grippeprävention |
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Marina Wladimirovnas Klasse der Kunstschule Tarussa gewann am jährlichen Kostümwettbewerb in Penza den dritten Platz. RADUGA trat als Teilsponsor der Nachwuchsschneiderinnen auf.
Ganze neun Monate skizzierten, schnitten, nähten, malten, bastelten, choreographierten und tanzten die zwölf Mädchen im Alter zwischen 10 und 16 für ihr Modeprojekt. Letzte Woche wurde ihre Arbeit am Kostümfestival im 750 km entfernten Penza mit dem dritten Platz belohnt.
RADUGA finanzierte den Aufenthalt der Gruppe im „Haus für junge Touristen“, der dortigen Jugendherberge, und schickte zwei MitarbeiterInnen zum Kofferschleppen und Betreuen mit. Die drei Nächte für sechzehn Personen kosteten den Fond 200 Euro.
Jugendaktivitäten zu unterstützen liegt im Sinne der Stiftung. Mit dem Ziel vor Augen, an einen Wettbewerb in eine fremde Stadt zu fahren, hatten die Mädchen eine tolle Motivation, über so lange Zeit einen Teil ihrer Freizeit zu opfern.
Nach einer kurzen Nacht im 48 Betten zählenden Zugwagon dritter Klasse („Platzkart“) mit viel „Ciao Sepp“ – Schweizer Kartenspiel - und „Durak“ – DEM russischen Kartenspiel – besichtigten wir das Kindshaus von Michail Jurewitsch Lermontov, einem berühmten Dichter und Autor der russischen Romantik.
Die folgenden zwei Tage waren ausgefüllt mit Üben der Choreographie auf der Bühne des schönen Theaters, letzten Korrekturen an den Kleidern und vor allem Bügeln der Seidengewänder. Die erste Kollektion steht in der Tradition der russischen Volkskostüme und ist mit Zwiebelturmkirchen und Dorflandschaften bemalt. Dazu gehört der typische hohe Kopfschmuck mit wallenden Bändern. Die zweite Kollektion erinnert an brasilianischen Samba und dementsprechend waren auch Musik und Tanz einstudiert.
In der Garderobe des Theaters konnte man übrigens die russische Art von Grippeprävention riechen: Am Eingang lag aufgeschnittener Knoblauch. Wenn’s gegen Vampire hilft, wird’s wohl auch die Grippe fernhalten.
Die Designerkonkurrenz war stark. Die anderen „Kindermodetheater“ waren aus Samara, Podolsk und sogar Tatarstan angereist. Im Bild sieht man die Gewinnerinnen in ihren Handtaschenkleidern. Dennoch gelang es den Tarussern, den dritten Rang zu belegen.
Nach vier Tagen weg von Zuhause, anstrengenden Auftritten und nächtlichen Bügelaktionen waren wir alle froh, den Heimweg anzutreten. Erschöpft, aber glücklich spielten wir die letzte Runde „Ciao Sepp“ im Zug nach Hause.
Andrea Schild
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