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Monatsbericht Juli 2009 |
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Sommer? Als Sommer würde ich das nicht gerade bezeichnen, was im vergangenen Monat wettermässig hier los war. Als kleiner Indikator: Das aufblasbare Bassin konnten die Kinder gerade mal eine Woche unter normalen sommerlichen Verhältnissen nutzen. In der restlichen Zeit war es zu unbeständig oder einfach zu kalt,
um sich ins Wasser zu setzen. Die vom Himmel fallende Feuchtigkeit hatte aber auch ihr Positives. So kann ich berichten, dass die Pilze im Wald sich dementsprechend wohl fühlten und dem Sammler grosse Freude bereiteten.
In den Sommermonaten sind im Gebiet Tarussa viele sich erholende Hauptstädter. Wir nutzen jedes Mal die Gelegenheit, in dieser Periode Altkleidersammlungen auszuschreiben, und an Wochenenden dann an verschiedenen Plätzen die Waren einzusammeln. Infolge der seit Anfang Jahr bestehenden Krise ist unser Altkleiderlager massiv geschwunden. Benötigt wird alles. Speziell Kinderkleider sind zurzeit sehr gefragt. Das Resultat der beiden im Juli durchgeführten Aktionen war sehr positiv, wir bekamen fast ausschliesslich gute Kleider, Schuhe und teilweise sogar Spielsachen. Für den kommenden Herbst sollte es reichen, bis zum Winter werden wir dann nochmals eine oder zwei Aktionen starten.
Im Juli hatten wir auch vermehrt Aktivitäten um das neue Landwirtschaftsprojekt, das wir seit ein paar Monaten betreiben. Zur Erinnerung: Wir kaufen hier im Bezirk Tarussa bei den einfachen Bauern Milchprodukte ein, die wir dann durch unsere Beziehungen in Moskau an „Reiche“ verkaufen. Die frischen Produkte vom Land, die es in Moskau kaum zu kaufen gibt, erfreuen sich grosser Beliebtheit. Seit den Schulferien sind die „Arbeitskapazitäten“ auf dem Lande gestiegen. Deshalb, sowie dadurch, dass in dieser Zeit auch der Wald sehr viel Gutes liefert, konnten wir das Angebot um Beeren und Pilze erweitern. An festgelegten Sammelplätzen in den Dörfern bringen uns jetzt die ansässigen Bewohner ihre Ernte. Für alle ein gern gesehener Nebenverdienst angesichts des oft angeschlagenen Familienbudgets. Der Erlös aus dem Verkauf geht zu 100% an die Stiftung RADUGA und ihre Projekte.
Mit dem Monatsende Juli geht auch für RADUGA ein weiteres Arbeitsjahr vorbei. Die Saison beginnt bei RADUGA jeweils am 1. September, zusammen mit dem Schulanfang. So ist es auch Tradition, dass unsere Mitarbeiter im August ihren wohlverdienten Urlaub machen. Im August erwarten wir bereits mit grosser Freude eine Verstärkung aus der Schweiz für unser Team. Berno Z`Brun aus dem Wallis, der bei uns bereits im vergangenen Jahr drei Monate gearbeitet hat, hat sich nun definitiv entschlossen, die Zelte in der Schweiz abzubrechen und einen neuen Lebensabschnitt in Tarussa, bei der Stiftung RADUGA, zu starten.
Er wird uns eine grosse Hilfe sein, und viele Pläne, die in unseren Köpfen rumschwirren, werden wir nun realisieren können. Ich persönlich muss gestehen, dass auch mein Tag nur 24 Stunden hat, und jünger wird man auch nicht! Doch es gibt noch so viel zu tun, und solange ich noch kann, will ich all mein Wissen und meine Kraft einsetzen für diejenigen, die es am meisten benötigen.
Mit freundlichen Grüssen
Jörg Duss
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