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Мonatsbericht Juni 2004

Hier in Tarussa rätselt die Bevölkerung daran herum, was man denn bei diesem Wetter am besten angepflanzt hätte. Bei dem vielen Regen wäre es wohl besser gewesen, Reis anstatt Kartoffeln anzupflanzen, hört man dann viele sagen. Am Ton der Stimme und dem Gesichtsausdruck merkt man indes schnell,

dass den Menschen im Grunde überhaupt nicht ums Spassen ist. Ist doch allen bewusst, welche Bedeutung der Ertrag dieser Ernte für den kommenden Winter besitzt.

Ein Grossteil unserer Tätigkeiten in diesem Monat bestand in den Vorarbeiten für das Sommerlager. Als Erstes wurden die 20 Teilnehmer ermittelt. In einem zweiten Schritt benachrichtigten wir die entsprechenden Internate und Kinderheime. Ob es dann wirklich zwanzig Kinder sein werden, hängt vom Gesundheitscheck kurz vor dem Lager ab. Der entscheidet darüber, ob ein Kind teilnehmen kann oder nicht.


Der nächste wichtige Schritt war die Rekrutierung des Personals. Gesucht wurden: Ein/e Direktor/in, zwei Betreuer/innen, ein/e Musiklehrer/in, ein/e Sportlehrer/in, eine Krankenschwester, ein Koch und eine Küchenhilfe. Als Erstes ernannten wir Lidija Starodubzewa, unsere Sozialpädagogin, zur Direktorin. Sie verfügt dank ihrer Tätigkeit über sehr viel Erfahrung und kennt zudem die verschiedenen Kinder durch die Arbeit bei RADUGA. Ihre Hauptaufgaben sind die Vorarbeiten bis zum Beginn des Lagers. Während des Lagers unterstützt sie dann hauptsächlich die Betreuerinnen.


Als Betreuerinnen engagierten wir Aljona Klimowa und Angelina Smytschkowa. Aljona Klimowa hat soeben ihr Studium als Sozialarbeiterin mit Schwerpunkt Arbeit mit Kindern abgeschlossen. Während verschiedener Praktika arbeitete sie in Moskau bei Auffangstationen von Strassenkindern. Aus dieser Arbeit bringt sie reichlich Erfahrung im Umgang mit Kindern mit.


Angelina Smytschkowa, ihrerseits Juristin in einem Jugendzentrum, arbeitete selber schon in verschiedenen Ferienlagern. Parallel unterrichtet sie Kinder in Gesang. Ihre Arbeit hat sie immer in den Dienst von Kindern gestellt. Eine ideale Betreuerin für unser Lager!

Diese drei Personen erstellten dann einen detaillierten Plan über den Ablauf des Sommerlagers. Verschiedene Aspekte mussten dabei berücksichtigt werden. Das Programm wurde einerseits auf die zum Teil körperlich behinderten Kinder abgestimmt, andererseits mussten unsere beschränkten Transportkapazitäten berücksichtigt werden.

Als wir uns mit der Frage auseinandersetzten, was wir den Kindern alles zeigen wollten, waren wir uns schnell einig. Es sollten Einrichtungen sein, welche sie „nachvollziehen“ können. So fiel die Auswahl rasch auf die örtliche Bäckerei, Schneiderei, Molkerei, Schreinerei usw. Wir wollen den Kindern zeigen, wie ein Brot, ein Hemd, Quark oder etwa auch eine Türe entsteht.

Daneben sind viele Spiele, Wettbewerbe und Feste in Planung. Alle diese Anlässe erfordern besondere und sorgfältige Vorbereitungen.

Für die teilnehmenden Kinder haben wir in diesem Monat Kleider aus einer Sammlung bereitgestellt, damit wir bei der Ankunft die Jugendlichen gleich ordentlich einkleiden können. Zusätzlich kauften wir Zahnbürsten, Seife, Handtücher und ähnliches. Lauter Dinge, die für die Kinder überhaupt nicht selbstverständlich sind.

Die Spannung steigt, sind es doch nur noch wenige Tage bis zum 12. Juli, dem offiziellen Start des Sommerlagers 2004!

Herzliche Grüsse
Jörg Duss


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