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Monatsbericht Juli 2005

Juli in Tarussa – Sommer! Kein ganz gewöhnlicher Sommer. Die häufigen und raschen Temperaturwechsel haben den wunderschönen ruhigen Oka-Fluss und die lauschige kleine Tarusska nicht die übliche sommerliche Wärme erreichen lassen, man sieht weniger

Badende als andere Jahre. Aber dennoch findet der kurze Sommer statt: Die meisten Tarusser sind im lebenswichtigen Gemüsegarten anzutreffen, wenn sie nicht im Wald Pilze und Beeren sammeln, aus denen sie dann in ihren winzigen und meist mehr als bescheiden ausgestatteten Küchen Konserven aller Art für den langen Winter machen. Und an einem warmen Abend kann man wohl von irgendwoher eine Ziehharmonika und Gesang hören.


RADUGA aber steht unter einem besonderen Zeichen: Das Sommerlager für behinderte Kinder und Kinder aus sehr schwierigen sozialen Verhältnissen steht unmittelbar bevor! Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA in Bern hat uns für dieses Jahr ihre grosszügige Unterstützung zugesagt; das hat uns erlaubt, in einem bestehenden, sehr gut ausgestatteten Ferienlagerkomplex mitten im Wald ein Gebäude für „unsere“ 20 Kinder zu mieten. Dort werden sie von erfahrenen Helfern betreut, und wir haben uns allerhand Unterhaltendes und auch einiges Lehrreiche für sie ausgedacht. Auch die Möglichkeit schlechten Wetters haben wir gebührend berücksichtigt!

Das ganze ist freilich mit viel Aufwand und viel Papier verbunden. Unter anderem brauchen die Kinder ein ärztliches Attest, und wenn man bedenkt, dass die allermeisten irgendwo verstreut auf dem Lande wohnen, kann man sich vorstellen, dass es viel Zeit und viel Benzin braucht, dieses Attest zu beschaffen. Ein weiteres Problem ist dagegen vielleicht nicht auf den ersten Blick verständlich: Es gibt Kinder, die nicht leicht dazu zu überreden sind, an dem Ferienlager teilzunehmen. Diejenigen, die schon letztes Jahr dabei waren, brauchen keine Überzeugungsarbeit mehr. Sie freuen sich vorbehaltlos.


Da ist aber der kleine Andrjuscha aus dem winzigen Dörflein Istomino, der fürchtet, er werde seiner missgebildeten Füsse wegen ausgelacht. Und Natascha, die wir im Garten beim Putzen der eben gesammelten Pilze antreffen, meint, Mutter und Grossvater bräuchten in diesen kurzen Sommerwochen ganz besonders ihre Hilfe. Ein bisschen Freude empfinden wir sogar bei diesem Zeichen der Solidarität: Nataschas Mutter ist vor kurzem von einem Kuraufenthalt in einem Sanatorium für Tuberkulosekranke heimgekehrt, und der Grossvater hat während ihrer langen Abwesenheit seine drei Enkelinnen allein betreut und dabei das Häuschen in mustergültiger Ordnung und Sauberkeit gehalten. Ohne je zu klagen. Auch noch, nachdem ihm ein Bein amputiert werden musste… Bei Jana ist das Problem ein anderes: Sie war überhaupt noch nie über längere Zeit mit anderen Kindern zusammen und will sich nicht von der Mutter trennen, sodass es gilt, auch diese davon zu überzeugen, dass Jana die Erfahrung eines gut geführten Sommerlagers dringend nötig hätte.

Trotz alledem wird es morgen so weit sein! Unsere Sozialpädagogin Lidija Jewgenjewna ist heute nach Moskau gefahren, um allerhand Bastelmaterial, das sie hier in Tarussa nicht bekommen kann, einzukaufen, und morgen werden wir im Kleinbus die Kinder „einsammeln“. Dann werden sie im Stiftungshaus aus unserem Kleiderlager noch mit dem Fehlenden ausgestattet, und anschliessend ins Ferienlager gebracht. Drei richtige, frohe Ferienwochen stehen ihnen bevor! Wenn diese vorbei sind, ist wohl auch der Sommer vorbei. Und dann werden wir bestimmt alle bereits beginnen, vom Sommerlager 2006 zu träumen…

Mit herzlichen Grüssen
Monica Chappuis


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Reise in den russischen Sommer 2010

Erleben Sie mit uns eine Reise in die russische Provinz! Wir offerieren Ihnen erneut einen einwöchigen Einblick in die russische Seele in Tarussa und Umgebung im Juli 2010. Gleichzeitig haben Sie die Gelegenheit, unsere Stiftungsarbeit vor Ort kennenzulernen.