Aktuelles
  Monatsberichte
  Sozialprojekte
  Selbsthilfeprojekte
  abgeschlossene
  Projekte
  Berichte
  Stiftungsrat
  Über uns
  Spenden und
  Steuern
  Briefe aus Russland
  Kontakt
  Reisen
Monatsbericht September 2005

Der September brachte wiederum nicht den erhofften Regen. Zurzeit ist es nicht möglich, den Garten von Hand mit dem Spaten umzugraben. „Wir graben unseren Garten erst nach dem nächsten Regen um!“ hört man deshalb auch in der Bevölkerung sagen.

Aber des einen Leid ist des andern Freud. Die Kinder ihrerseits geniessen diese Tage zum Spielen im Freien. Denn sobald der erste Herbstregen eintritt sind nur noch Gummistiefel angesagt!

Die Landflucht ist ein weltweites Problem. Die Hoffnung, in den Städten oder Grossstädten Arbeit zu finden, ist auch bei uns allgegenwärtig. Viele kleine Weiler im Bezirk Tarussa sind bereits menschenleer oder werden nur noch von einer Handvoll alter Menschen bewohnt. Die Dörfer verzeichnen jährlich einen Rückgang ihrer Einwohnerzahl.


RADUGA beschäftigt sich seit langem mit dieser Problematik. Dies ist mit ein Grund, weshalb wir das Dorfschulen-Ernährungsprojekt geschaffen haben. Durch diese Mahlzeiten stieg der Stellenwert dieser Schulen, denn zurzeit geniessen um die 500 Dorfkinder dreimal täglich eine warme Mahlzeit.

Die Renovierung und in Betriebnahme des Dorfkindergartens Wosnessenije trägt ebenfalls massgeblich dazu bei, dass junge Familien nun die Möglichkeit haben, im Dorf zu bleiben, und die Eltern einer Arbeit nachgehen können. Im Zusammenhang mit diesem Kindergarten-Projekt steht ebenfalls die Unterstützung mittelloser Familien. Wir übernehmen zurzeit für 15 Kinder das Kindergartengeld. Für viele Dorffamilien ist es leider nicht möglich, den monatlichen Beitrag von 240 Rubeln (ca. 6.8 Euro) aufzuwenden.

Als nächsten Schritt hat sich RADUGA zum Ziel gesetzt, sich ein Bild über die Dorf-Ambulanzstellen zu verschaffen. Die medizinische erste Hilfe ist von enormer Bedeutung für die Bewohner dieser Dörfer, befinden sich diese doch oft weit abgelegen von der nächsten grösseren Stadt mit einem Spital. Die Wiedereröffnung der Ambulanzstelle in Wosnessenije, welche gleichzeitig mit der Eröffnung des Kindergartens erfolgte, war ein erster, freudig begrüsster Schritt, diesem Notstand abzuhelfen.


Im letzten Monat besuchten wir diese medizinischen Einrichtungen in den verbleibenden Dörfern. Eine Ambulanzstelle übernimmt folgende Aufgaben: Dringende erste Hilfe, Behandlung leichterer Krankheiten und Verletzungen, Anlaufstelle für Schwangere.

Von der ersten bis zur letzten dieser Ambulanzstellen gab es nur minimale Unterschiede. Bei keiner fanden wir fliessendes Wasser vor. „Wir holen es über die Strasse am Brunnen“ bekamen wir jeweils zur Antwort. In keiner funktionieren noch die medizinischen Apparate. „Ausser der ersten Hilfe können wir heute keine weiteren Leistungen mehr anbieten“. Eine Ambulanzstelle trafen wir ohne Heizung an. Seit zwei Jahren sei dies bereits so!

Übrigens trafen wir überall nur weibliches Personal an. Mit grossem Enthusiasmus, dessen es an einem solchen Ort und unter diesen Bedingungen auch bedarf, gehen diese Frauen ihrer Arbeit nach. "Gute und unverzichtbare Seele im Dorf" werden sie von der Bevölkerung genannt.

Für uns als Stiftung RADUGA blieben nach all diesen Besuchen viele Fragen offen. Ob wir einen hilfreichen Beitrag leisten können und wie, muss in einer weiteren Phase erst abgeklärt werden. Als kleine Gegenmassnahme zu der verhängnisvollen Landflucht wäre jede Massnahme hilfreich.

Jörg Duss


[ Aktuelles ] [ Monatsberichte ] [ Sozialprojekte ]
[ Selbsthilfeprojekte ] [ abgeschlossene Projekte ]
[ Berichte Stiftungsrat ] [ Über uns ] [ Spenden und Steuern ]
[ Briefe aus Russland ] [ Kontaktformular ] [ Reisen ]

© Raduga Stiftung
© 2004 Design & Programming


***************
NEU***NEU***NEU
***************
Reise in den russischen Sommer 2010

Erleben Sie mit uns eine Reise in die russische Provinz! Wir offerieren Ihnen erneut einen einwöchigen Einblick in die russische Seele in Tarussa und Umgebung im Juli 2010. Gleichzeitig haben Sie die Gelegenheit, unsere Stiftungsarbeit vor Ort kennenzulernen.