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Monatsbericht April 2006 |
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Das Wetter meinte es diesen Monat gut mit uns. Nach dem „struben“ Winter geniessen wir die ersten wärmenden Sonnenstrahlen mit grossem Vergnügen. Das angekündigte und befürchtete Hochwasser blieb zur Freude der Menschen aus.
Für die bevorstehende Gartenarbeit ist der Grossteil der Bevölkerung schon gerüstet.
In dieser Beziehung sieht es bei mir düster aus. Mal sehen, wieviel Zeit ich in diesem Jahr für den Garten erübrigen kann! So wie die Dinge jetzt stehen, sieht es nicht rosig aus.
Ja die Zeit, wohl der Menschheit grösster Reichtum! Eine Tatsache, welche die Mitarbeiter und ich hier vor Ort mehr und mehr zu spüren bekommen. Des öfteren stossen wir an die Grenze des Machbaren. Speziell die vielen Anfragen von Bedürftigen, welche wir jedes Mal Fall für Fall individuell abklären, beansprucht enorm viel Zeit. Zum Glück haben wir eine Reihe von Projekten, wie z. B. die Schulernährung und das Kleiderprojekt, welche ohne grossen Aufwand über die Bühne gehen.
Im Stiftungsrat sind wir uns über diese Flut von Arbeit bewusst. Trotzdem wollen wir den Mitarbeiterstab nicht erweitern. Unsere Devise lautet: Wir wollen eine kleine, überschaubare und transparente Stiftung bleiben, die ohne langwierige und komplizierte Entscheidungswege effizient handeln kann.
In diesem Monat gelang es uns, eine professionelle Psychologin aus Kaluga nach Tarussa zu bringen, wo sie uns in verschiedenen Fällen ihre Dienste zur Verfügung stellte. Alkoholprobleme, Probleme innerhalb in der Familie gehörten dabei zu den Themen, welche wir an diesem Tag behandelten. Wir waren uns danach einig, dass dies für uns als Stiftung eine sehr grosse Hilfe war, auf die wir auch in Zukunft gerne zurückgreifen werden.
Die Bezahlung fand übrigens nicht so statt, wie man sich dies in Westeuropa vorstellt! Wir bezahlten 30 Liter Benzin und bereiteten ein Mittagessen zu. Eine Zahlungsart, die noch heute auf dem Lande in Russland üblich ist.
Auf dem Programm stand in diesem Monat auch die Vorbereitung des Sommerlagers 2006. Wiederum ist geplant, dass die bedürftigsten Kinder aus dem Bezirk sich während dreier Wochen im Rahmen der verschiedenen Spiel- und Lernprogramme, die unsere Betreuer ausarbeiten, beschäftigen können. Mit dem Ministerium für Sozialwesen stehen wir diesbezüglich in diesem Jahr in enger Verbindung. In einem staatlichen Erholungszentrum, das speziell für diese Kategorie Kinder errichtet wurde, werden wir unser Lager durchführen. Wir haben uns darüber geeinigt, dass wir, anstelle der üblichen offiziellen Beitragszahlung für jedes Kind, in einem Korpus im Umfang dieser Summe Renovationsarbeiten durchführen. So kommen unsere Kinder zu ihrem Lageraufenthalt, und wir helfen beim Unterhalt des Gebäudes. In Russland ist der Unterhalt der Infrastruktur in vielen staatlichen Institutionen ein grosses Problem. In dieser Hinsicht bedarf es in den nächsten Jahren noch gewaltiger Anstrengungen von Seiten der Regierung. In diesem Fall nun springt RADUGA in die Bresche!
Jörg Duss
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