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Monatsbericht Juli 2006 |
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Wechselnde Temperaturen diktierten das Wetter in diesem Monat. Waren die ersten Tage von einer erdrückenden Hitze gekennzeichnet, erlebten wir ab Mitte Monat eine kühle Periode, die fast bis zum Monatsende dauerte. In dieser Zeit sank das Thermometer in der Nacht teilweise sogar unter 10 Grad Celsius,
was für die Gemüsegärten überhaupt nicht förderlich war. Speziell die Gurken, bekanntlich ein Nachtschattengewächs, ist seinem üblichen Wachstum um einiges hintennach. Um eine befriedigende Ernte zu erhalten, sei man im August nun auf wärmeres Wetter angewiesen, erklärte mir ein Familienvater, der doch aus seinem Garten fünf Personen zu ernähren hat.
In diesem Monat stand für uns, nebst dem Sommerlager wiederum der Einkauf von Schulmaterial zuoberst auf der Traktandenliste. Im vergangenen Jahr lancierten wir zum ersten Mal dieses Projekt, was bei den Beteiligten auf grosse Begeisterung stiess. Zur Erinnerung zeige ich hier noch einmal auf, was wir mit diesem Projekt für ein Ziel verfolgen.
Am 1. September, wenn in ganz Russland der erste Schultag ist, müssen die Kinder eine vorgeschriebene Anzahl Hefte, Blöcke, Malblätter, Farbstiften, Malfarben und Schreibzeug mitbringen. Pro Kind kommt so schnell mal die Summe von ungefähr 1`000.- Rubel (ca. € 30.-), für ein Schuljahr zusammen. Für die ländliche Bevölkerung eine schwere Last auf das häusliche Budget, (liegt z.B. eine Invalidenrente zwischen 900 – 2000 Rubel im Monat). Mit diesen Tatsachen vor Augen, suchten wir in der Stiftung nach Lösungen.
Dass wir dieses Schulmaterial einkaufen und verschenken, wäre aus rein finanziellen Gründen für uns unrealistisch. Zweitens würden wir mit einer solchen Aktion die Begünstigten zu stark „verwöhnen“. Indirekt würde eine Abhängigkeit geschaffen, wir aber wollen im Gegenteil Selbstständigkeit fördern.
Die Idee kam, als ich per Zufall in Moskau auf einen Grossverteiler von Büro- und Schulmaterial stiess. Die Preise, die ich dort vorfand, waren ein Drittel von dem, was man in Tarussa zahlen müsste. Jetzt war das Projekt geboren. Wir kaufen, da wir einen Kleinbus haben, welcher den Transport überhaupt ermöglicht, im grossen Stil in Moskau diese Waren ein. Anschliessend beliefern wir alle zehn Schulen, sowie die zwei Kindergärten. Das Lehrerpersonal wiederum verkauft dann, zu dem Preis wie wir es eingekauft haben, weiter an die Eltern.
So resultiert aus diesem Projekt: Die Eltern erhalten zu erschwinglicheren Preisen das benötigte Schulmaterial, wir als Stiftung tragen die finanziellen Kosten für den Transport. Wirtschaftlich gesehen, gelingt es uns mit einem Minimum an Aufwendungen über 500 Kinder auszurüsten. Wieder einmal ein gutes Beispiel, dass „weniger“ oft viel „mehr“ bedeutet.
Diesen Monat hatten wir ein grosses Erfolgserlebnis. Ich darf berichten, dass uns die Koordinationsstelle der Schweizer Botschaft in Moskau das Projekt „Gutes Haus“ mit Fr. 10`000.- unterstützt. Das Projekt steht jetzt in der Anfangsphase. Sobald es richtig losgeht, werde ich Ihnen hier auf dieser Seite ausführlich darüber berichten, worum es sich dabei eigentlich handelt.
Jörg Duss
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