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Monatsbericht Mai 2007

Welch ein Mai! Wann hat es das zuletzt gegeben, dass uns die Temperaturen so gefordert haben? Innert kürzester Zeit stieg das Thermometer auf über 30 Grad Celsius. Dieser markante Temperaturanstieg machte vielen zu schaffen. Dass man einen Russen klagen hört,

wenn es frostig wird, ist sehr selten, bei warmen Temperaturen dafür umso häufiger, denn mit der Hitze kann er sich weit weniger anfreunden.

Der Stiftungsrat von RADUGA hat sich immer dafür eingesetzt, auch in Russland Unterstützer zu finden. Ein Unterfangen, das sich als viel schwieriger herausstellte, als man sich das vorstellte. Das fehlende Verständnis für gemeinnützige Institutionen ist noch ein allgegenwärtiges Erbe aus der Sowjetzeit. Als aber der Projektleiter, mehr durch Zufall, das Glück hatte, die Gattin des ehemaligen russischen Verteidigungsministers kennen zu lernen, begannen sich die ersten „Rädchen“ zu drehen. Angetan von unserer Arbeit setzte sie sich dafür ein, dass die renommierte und beliebte Moskauer Zeitschrift „Ogonjok“ („Feuerchen“) eine Reportage über unsere Arbeit in Tarussa schrieb. Es ist klar, dass wir ohne den Einfluss dieser Frau kaum das Interesse dieser Zeitschrift geweckt hätten.


Mitte Mai erschien der Artikel, und das Echo blieb nicht aus. Da wir dem Reporterteam während seines Besuches in Tarussa unter anderem den Kindergarten von Wosnessenije zeigten, sammelten sich nach der Veröffentlichung des Beitrags Berge von Kinderspielzeug in der Redaktion in Moskau. An einem Sonntag holten wir die voll gefüllten Kartonschachteln ab, die wir nur mit Mühe im Bus alle verstauen konnten. Diese zum Teil neuen Spielsachen kamen von Lesern sowie Mitarbeitern der Zeitschrift. In verschiedenen Aktionen verteilten wir umgehend alle Geschenke an die Kindergärten im Bezirk Tarussa. Da seit geraumer Zeit die Gemeindebudgets keine Neuanschaffungen vorsahen, war die Freude bei den Mitarbeitern und natürlich besonders den Kindern riesengross.

Daneben meldeten sich bei uns zwei Fernsehstationen, darunter der Erste Russische Kanal ORT, von denen die eine einen Filmbeitrag drehen will und die andere uns zu einer Fernsehsendung mit dem Titel „Schicksale auf unseren Strassen“ einlud.


Parallel zu diesen geplanten öffentlichen Auftritten war unsere Sozialpädagogin Lidija Jewgenjewna einer Einladung auf Ministerebene gefolgt, wo sie an einer Sitzung für Sozialfragen teilnahm. Daraus resultierte, dass wir Anfang Juni eine hohe Delegation aus Moskau bei uns in Tarussa werden begrüssen können, um ihr einen Einblick in das einfache russische Alltagsleben zu geben. Wie das leider häufig der Fall ist, haben Personen von solchem Rang oft keine Vorstellung von dem tatsächlichen Leben der Bevölkerung, aber ungeachtet dessen arbeiten gerade sie Gesetzesvorschläge aus, die dann über das Schicksal des Volkes entscheiden. Wir hoffen nun, als Bindeglied einen kleinen Beitrag zu einem wahrheitsgetreueren Bild leisten zu können.

Wir sind mehr als erstaunt über den Umfang an Reaktionen, welcher durch diesen Artikel ausgelöst wurden. Wir hoffen sehr, mit diesen Aktionen Schritte in die Wege leiten zu können, die es uns in Zukunft ermöglichen, den in Not geratenen Menschen noch besser zu helfen. Sollte es uns als Stiftung RADUGA gelingen, hier positive Akzente zu setzen, wäre ein grosser Schritt getan!

Mit freundlichen Grüssen
Jörg Duss


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Reise in den russischen Sommer 2010

Erleben Sie mit uns eine Reise in die russische Provinz! Wir offerieren Ihnen erneut einen einwöchigen Einblick in die russische Seele in Tarussa und Umgebung im Juli 2010. Gleichzeitig haben Sie die Gelegenheit, unsere Stiftungsarbeit vor Ort kennenzulernen.