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Monatsbericht Juni 2007

Das Wetter zeigte sich im Juni von der wechselhaften Seite. Bei angenehmen Temperaturen wechselten sich Regen und Sonnenschein ab. Für den Pilzsammler ein sehr gutes Zeichen, das auf eine ertragreiche Ernte hoffen lässt. Ideal wäre dieses Wetter ab ca. Mitte Juli,

wenn die Steinpilzernte aktuell wird. Wer die ländliche russische Küche kennt, der weiss, welch köstliche Gerichte aus diesem edlen Pilz entstehen.

Anfang Monat waren Lidija, unsere Sozialpädagogin, meine Tochter Nastja und ich eingeladen zu einer TV Sendung in Moskau. Dort hatten wir die Gelegenheit, über unsere Arbeit hier in Tarussa zu erzählen. Die Reaktionen blieben nicht aus. Bereits während der Ausstrahlung meldeten sich Menschen. Am Tag danach bekam ich unter anderem einen Anruf von einer Frau, welche für Jugendliche in Tarussa Kleider eingekauft hatte. Im Speziellen waren dies Jeans, die im Verhältnis zu anderen Kleidern sehr teuer und so natürlich den Empfängern ganz besonders willkommen sind.

Solche Aktionen zeigen uns immer wieder, wie wichtig es ist, dass wir vermehrt den Anliegen der Bedürftigen ein „Gesicht“ geben. Wir wollen in den begüterten Gesellschaftsschichten die Hilfsbereitschaft für die Mitmenschen wecken. In kleinen Schritten scheint uns dies zurzeit zu gelingen.


Sicher können sich viele von Ihnen an Swetlana Ipatowa erinnern, die junge allein erziehende Mutter, die an Multipler Sklerose erkrankt ist. Über die Jahre, während der wir sie betreuen, hatte sich ihr Zustand nur wenig verschlechtert. Sie kam zwar vor gut zwei Jahren in den Rollstuhl, konnte aber immer noch selber aufstehen. Jährlich im Frühling brachten wir sie zu einem Kuraufenthalt ins Spital, wo sie Massagen und weitere Behandlungen bekam.

Seit diesem Frühling ist es anders. Swetlanas Zustand verschlechtert sich fast täglich. Die Ärzte lehnten eine Einweisung ins Spital ab, da es sich „nicht mehr lohne“. Konnte sie früher noch aufstehen, bleibt ihr dies nun versagt. Die achtjährige Tochter Jana wollten wir diesen Frühling in unser Kinderlager schicken, mussten aber einsehen, dass dies nicht möglich war. Der Grund ist der, dass die Kleine ihrer Mutter das Essen eingeben muss, da Swetlanas Hände den Dienst versagen.


Ein Lichtblick ist für uns die Tatsache, dass Swetlanas Mutter seit ungefähr einem Jahr nicht mehr trinkt. Was sich aber leider bis zum heutigen Zeitpunkt nur wenig verändert hat, ist das zerrüttete Verhältnis zwischen Mutter und Tochter. Dieser fällt es schwer, der Mutter die Vernachlässigung durch all die Jahre hindurch zu verzeihen. Um das Verhältnis zu verbessern, hat RADUGA sogar eine ihr bekannte Psychologin gebeten, mit beiden zu reden. Der Durchbruch gelang wie erwartet nicht auf Anhieb, doch werden die festgefahrenen Fronten etwas aufgeweicht.

Dieser Prozess ist für uns von enormer Bedeutung, hängt dies doch alles mit der Zukunft von Jana zusammen. Swetlana sollte ihrer Mutter offiziell das Sorgerecht erteilen, sonst kommt das Kind in ein Kinderheim. Die nächste Zeit erwartet uns diesbezüglich noch viel Arbeit.

Mit freundlichen Grüssen
Jörg Duss


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Erleben Sie mit uns eine Reise in die russische Provinz! Wir offerieren Ihnen erneut einen einwöchigen Einblick in die russische Seele in Tarussa und Umgebung im Juli 2010. Gleichzeitig haben Sie die Gelegenheit, unsere Stiftungsarbeit vor Ort kennenzulernen.