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Monatsbericht Juli 2007

Im Juli wäre eigentlich die Badesaison angesagt. Doch so viel mit Baden war nicht. Erwachsene gönnen sich ein Bad in den vermeintlich kühleren Fluten, für die Kinder ist es aber definitiv zu kalt. Für den Rest des Sommers, der nur noch kurz dauert, besteht kaum noch Hoffnung, dass die Kinder auch zu ihrer Badesaison kommen.

Da es sonst keine andere Bademöglichkeit gibt, wie. z.B. ein Hallen- oder Freibad, werden sie den nächsten Sommer abwarten müssen, und hoffen, dass dann die Temperatur des Wassers auch für sie angenehm ist.

Im vergangenen Monat schilderte ich Ihnen die gegenwärtige Situation von unserer MS-kranken Svetlana Ipatowa. Ihr Zustand hat sich leider im letzten Monat weiter verschlechtert. Sie ist nun zu 100% pflegebedürftig. Doch wer kann diese Pflege übernehmen? Zurzeit macht das ihre kleine Tochter Jana. Wenn draussen die anderen Kinder spielen, kümmert sie sich um ihre kranke Mutter. Es ist bewundernswert mit anzusehen, wie sich die Kleine aufopfert. Doch sie soll auch noch was anderes erleben dürfen in ihrer Kindheit.

Mit der Grossmutter, die selber den ganzen Tag arbeitet und so ausser Haus ist, beschlossen wir eine nahe Verwandte als Pflegerin einzustellen. Den finanziellen Aufwand von 35 Euro pro Monat werden wir als Stiftung übernehmen, da dieser von Leid geplagten Familie so die Mittel kaum zum Leben reichen. Entscheidend wird jetzt sein, wie die kranke Svetlana ihre Verwandte annimmt. Mit der stetigen Verschlechterung ihres Zustandes, ist es immer schwieriger, den Kontakt mit ihr zu schaffen. Unsere Hoffnung ist gross, denn sonst jemand auf dem Land zu suchen, der sich dieser schweren Aufgabe annimmt, ist fast aussichtslos.

In diesem Monat machte ich auf meinen Rundreisen durch den Bezirk auch Halt im Dorfkindergarten von Lopatino. Im „Alionuschka,“ so nennt sich der Kindergarten, finden jetzt im Sommer dringend benötigte Renovationsarbeiten statt. Aus diesem Grund hat der Kindergarten für einen Monat die Tore geschlossen, und den Kindern frei gegeben. Die Eltern stellt dies vor Probleme, denn eine allein erziehende Mutter muss sich jemanden suchen, der auf das Kind aufpasst. Glück haben jene, wo Verwandte z.B. die Grossmutter in der Nähe haben.

Die Situation im Kindergarten liess jedoch keine andere Möglichkeit zu, als kurzfristig zu schliessen. Denn ein Hauptproblem, das behoben werden muss, ist die defekte Kanalisation. Genauer gesagt, müssen die Leitungen ausgewechselt werden. Da das ländliche Budget keine solchen Renovationen vorsieht, ist das ausschliesslich weibliche Personal gezwungen, die Arbeiten selbst auszuführen. Mittel benötigen sie aber trotzdem und zwar für den Kauf der Kanalisationsrohre. Diese, für den Kindergarten grosse Anschaffung, kostet übrigens insgesamt 115 Euro!

Seit dem 23. Juli halte ich nun für einen Monat alleine die Stellung RADUGA in Tarussa. Unsere Fest- angestellten Mitarbeiter (Sozialpädagogin, Buchhalterin und Fahrer) haben gleichzeitig ihre gesetzlich zugeschriebenen Ferien angetreten. Dies hat auch seinen Vorteil. So verlieren wir zwar einen Monat, aber dafür haben alle ihre Ferien dann bezogen. Übrigens sind natürlich nicht alle unsere Helfer weg. Unser Hausdienst kennt keine Ferien, müssen doch die alten, allein stehenden Menschen betreut werden.

Ebenfalls unser Sozialdienst im Spital macht keine Pause, denn den zurzeit sechs Personen, muss tagtäglich das Essen gebracht und teilweise eingegeben werden. Auch fällt so Bettwäsche und allgemeine Wäsche an, die gewaschen werden will. Langweilig wird es uns so nie, daher ist das Wort „Ferien“ ein Ausdruck, der sich zwar gut anhört, man sich aber das Verschiedenste darunter vorstellen kann.

Mit freundlichen Grüssen
Jörg Duss


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Reise in den russischen Sommer 2010

Erleben Sie mit uns eine Reise in die russische Provinz! Wir offerieren Ihnen erneut einen einwöchigen Einblick in die russische Seele in Tarussa und Umgebung im Juli 2010. Gleichzeitig haben Sie die Gelegenheit, unsere Stiftungsarbeit vor Ort kennenzulernen.