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Monatsbericht September 2007 |
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Ein September wie man ihn sich so vorstellt. Teilweise Regen, dazwischen aber wieder gerade so viel Aufhellungen wie nötig sind, um die Ernte aus den Gemüsegärten einzubringen. Man ist allgemein zufrieden mit den Ergebnissen. „Es gab schlimmere Jahre“, meinte eine Babuschka,
als ich sie auf die Ernte ansprach. Diesbezüglich schauen die Menschen zuversichtlich dem Winter entgegen. Sorgen bereiten da schon eher die Mehlpreise. Die weltweit schlechte Weizenernte treibt die Preise in die Höhe. Teigwaren verteuerten sich z.B. von 12 Rubel das Kilo auf 19 Rubel das Kilo innert Wochenfrist! Der Wirtschaftsminister hat angekündigt, Gegensteuer zu geben, um die Landbevölkerung etwas zu entlasten.
Der 1. September war wie gewohnt der erste Schultag für viele Erstklässer. Für RADUGA ist es der Start in eine weitere Saison des Schulernährungsprojektes. Zur Erinnerung: Wir werden bis zum Schuljahresende, das heisst bis Ende Mai, 10 Dorfschulen und zwei Dorfkindergärten mit Lebensmitteln beliefern. Zu jeder monatlichen Lieferung gehören Mehl, Reis, Teigwaren, Buchweizen, Zucker, Speiseöl, Tomatenpaste, Kondensmilch, Vitamine und Gebäck. Pro Monat sind dies im Schnitt 1'500 kg, auf’s Jahr gerechnet um die 13,5 Tonnen.
Von diesen Lebensmitteln profitieren täglich 520 Kinder, denen daraus ein Frühstück, ein Mittagessen und ein „Zvieri“ zubereitet werden. Hochgerechnet kommen wir so auf sage und schreibe 280'000 zubereitete Mahlzeiten pro Schuljahr. Beeindruckender ist noch die finanzielle Seite. Der Ruf der Stiftung RADUGA, „ökonomisch“ zu helfen, d.h. mit wenig Mitteln viel zu erreichen, rechtfertigt sich in diesem Projekt einmal mehr.*
Uns kostet zum heutigen Zeitpunkt die Verpflegung eines Kindes pro Tag 19 Rappen, oder pro Mahlzeit um die 6 Rappen. Und diesen bescheidenen Zahlen gegenüber das Resultat: bessere schulische Leistungen, aber auch höhere Präsenz in den Schulen, da es eben dort, leider im Unterschied zu vielen Haushalten, etwas zu essen gibt. Die Dankbarkeit der Kinder dafür, dass sie sich in der Schule satt essen zu können, ist jedenfalls riesengross.
Mit Freude darf ich auch berichten, dass seit drei Jahren alle von uns belieferten Schulen auf Initiative von RADUGA ihren eigenen Gemüsegarten pflegen. Bei unserem Rundgang im September durch diese Schulgärten sahen wir gute Ernterfolge. Angepflanzt wurden hauptsächlich Kartoffeln, Kohl, Tomaten, Gurken, Zwiebeln, Randen und Karotten. Zusammen mit den von RADUGA gestifteten Lebensmitteln ergibt das einen reichhaltigen Tisch. Übrigens ist Tarussa im ganzen Gebiet Kaluga der einzige Bezirk, wo sich die Kinder über solche Mahlzeiten freuen dürfen.
Für mich und meine Frau war dieser erste September ein spezieller, da unsere älteste Tochter ebenfalls das erste Mal über die Schwelle der städtischen Schule Nr. 1 von Tarussa trat. Seit diesem sehr feierlich begangenen Tag drückt sie nun täglich die Schulbank. Übrigens profitiert sie jetzt von der in den letzten Jahren vollzogenen Bildungsrevision. Die altbekannten Schulsysteme aus der Sowjetära sind nun alle endgültig ad acta gelegt.
Jörg Duss
* Übrigens: Unsere Verwaltungskosten belaufen sich auf ca. 1% des Budgets! Dies ist möglich, weil unsere Geschäftsleitung ehrenamtlich arbeitet!
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