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Monatsbericht November 2007 |
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Früher war die Landschaft in Tarussa bereits im November in eine weisse Decke eingehüllt. In den letzten Jahren ist dies nicht mehr garantiert, und auch dieses Jahr machte da keine Ausnahme. Am Anfang des Monats waren die Temperaturen über 0° C,
sodass der Morast Hochkonjunktur hatte! Dann aber gab es Tage, an denen einem am Morgen, wenn man das Haus verliess, der Atem gleich ankündigte, dass der Winter vor der Tür steht. 18 Minusgrade waren bei uns dabei die Tiefstwerte. Bei solchen Temperaturen erstaunt es nicht, dass sich dann doch noch eine vorerst zwar dünne Schneedecke gebildet hat. Weisse Weihnachten sollten also garantiert sein.
Solche Temperaturschwankungen machen sich auch bei unserer Arbeit bemerkbar. In diesem Monat wurden im Vergleich zur wärmeren Jahreszeit viel mehr Menschen ins Spital eingeliefert. Dies betrifft hauptsächlich die Patienten der Sozialbetten, welche RADUGA seit nunmehr 3 Jahren betreut. In diesen drei Jahren konnten wir ca. 120 Personen das Leben während ihres Aufenthaltes im Spital erleichtern.
Zur Erinnerung: Die Sozialbetten sind für jene Menschen bestimmt, die weder Angehörige haben, noch finanziell abgesichert sind. Solche Patienten erhalten das Minimum an Pflege und Betreuung: Eine warme Mahlzeit im Tag ist alles. Sie werden nicht aufgenommen, nicht gewaschen, nicht neu eingekleidet und erhalten auch keine weiteren Nahrungsmittel. Diese meist älteren Menschen, die in einer Art Überbrückungszeit auf die Einlieferung ins Altersheim warten, verbringen oft bis zu sechs Monaten im Spital. Wer von ihnen selber aufstehen kann, hat noch Glück. Bettlägerige sind vollkommen hilflos und auf fremde Hilfe angewiesen.
Mit Tatjana Kotowa, einer jungen Mutter, die schon früher im Spital gearbeitet hat, verfügt die Stiftung RADUGA über eine einfühlsame, geduldige Helferin, welche sie dieser Menschen annimmt. Sie bringt ihnen zusätzliche Lebensmittel wie Milchprodukte, Früchte, Brot und ab und zu etwas Süsses. Daneben waschen wir die Kleider dieser Patienten oder bringen ihnen wenn nötig neue. Gerade in den letzten Tagen brachten wir wieder warme Bekleidung wie Socken, Pullover, Strumpfhosen usw., da im Spital die Heizung in diesen Zimmern erst gegen Mitte Dezember eingeschaltet wird.
Dieses Projekt „Sozialbetten“ ist sehr wichtig, da es den allein stehenden armen Menschen in dieser schwierigen Zeit beisteht. Die bescheidenen finanziellen Aufwendungen – sie belaufen sich monatlich auf ca. 70 Euro! – erstaunen dabei auch uns immer wieder!
Jörg Duss
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