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Monatsbericht Februar 2009 |
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Wettermässig verhielt sich der Februar mehr oder weniger im gleichen Stil wie der Monat zuvor. Mal Frost, mal wärmer, und in der Mitte des Monates nochmals viel Schnee. Zurzeit ist die Landschaft in eine tiefe Schneedecke eingehüllt, was es den Kindern ermöglicht, Schneemänner und Schneehütten zu bauen. Den Erwachsenen ging es freilich weniger darum Schneemänner zu bauen,
als sich mehr und mehr der sich anbahnenden Krise entgegenzustellen. Dass in Tarussa seit Mitte des Monats kein Saatgut mehr gekauft werden kann, weil die Geschäfte diesbezüglich leer gekauft worden sind, ist ein Index dafür, dass die Bevölkerung sich auf einen Sommer im eigenen Gemüsegarten vorbereitet.
In Anbetracht der veränderten Situation beschlossen wir in der Stiftung, in absehbarer Zeit systematisch die abgelegenen Dörfer im Bezirk Tarussa zu erkunden. Ziel ist es, den Bedürftigsten in der Gesellschaft gezielt zu helfen, damit sie besser durch diese schwere Zeit kommen.
In Zusammenarbeit mit dem Sozialamt besuchten wir in Barjatino, einem Dorf rund 35km von Tarussa entfernt und mit seinen 400 Einwohnern eines der grösseren Dörfer, über 30 Haushalte. Alte, allein Stehende, Behinderte und kinderreiche Familien waren das Kontingent, das wir besuchten. Die Situation in nahezu all diesen Haushalten war wenig ermutigend. Die gestiegenen Preise für Strom und Gas, sowie die in gewissen Bereichen teureren Lebensmittel zwingen die Menschen, den Gürtel enger zu schnallen. Die russische Natur, die Fähigkeit, sich den Gegebenheiten anzupassen, macht für mich dieses Volk so bewundernswert.
Wo keine andere Hilfe möglich ist, unterstützen wir die Menschen mit einem reichhaltigen Lebensmittelpaket, das ihnen für gut einen Monat über die Runden hilft. In anderen Fällen halfen wir den Menschen bei Problemen mit ihren persönlichen Papieren. Einen Knaben brachten wir ins 140km entfernte Spital zu einem dringend benötigten kostenlosen Arztbesuch, da die Eltern die Fahrtkosten von umgerechnet 10 Euro nicht aufbringen konnten.
Nach Absprache mit der Dorfleiterin beschlossen wir, in diesen kalten Wintertagen für diese Menschen noch ein kleines Fest im dorfeigenen Kulturhaus zu organisieren. Da es in Barjatino selber keine entsprechende Küche gibt, bereiteten wir alle Gerichte in Tarussa zu und brachten sie dann in grossen Kochtöpfen hinaus ins Dorf. Mit Einweggeschirr deckten wir die Festtische, wir heizten die beiden Holzöfen an, und warteten dann auf die Gäste. Und es kamen alle! Selbst kilometerweit aus abgelegenen Weilern kamen sie zu Fuss an dieses Fest. Das örtliche Ensemble, bestehend aus einem Akkordeonisten und einer Sängerin, brachte noch die nötige Stimmung herein. Es wurde gesungen und getanzt, und für ein paar Stunden dominierte Heiterkeit und Freude unter den Gästen.
Mit relativ wenig Aufwand gelang es, vielen Menschen eine Freude zu bereiten. In Zahlen ausgedrückt sieht es so aus: Die Kosten für die Lebensmittel lagen bei 240 Euro. Bei berechneten 70 Gästen macht dies pro Gast eine Summe von ca. 3.42 Euro (inbegriffen alkoholische Getränke!). Dies ist die grosse Kunst der Stiftung RADUGA, die wir seit Jahren beherrschen. Gezielt und mit bescheidenen Mitteln das Maximum an Hilfeleistung zu bieten. Dank Ihrer Unterstützung ist es möglich!!!
Mit freundlichen Grüssen
Jörg Duss
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