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Monatsbericht Januar 2010

Der russische Winter hat uns wieder einmal alle wissen lassen, wer hier Herr im Hause ist. Temperaturen um die 30 Grad minus beherrschten unser Alltagsleben. Autos konnten am Morgen jeweils nur mit Mühe in Betrieb genommen werden. Diesbezüglich zeigte sich wieder einmal, dass in solchen Situationen die russische Technik doch die zuverlässigere ist.



In Russland beginnt das neue Jahr später als in den westeuropäischen Ländern. Der Umstand, dass die orthodoxe Kirche noch dem julianischen Kalender folgt und daher auch Weihnachten zwei Wochen später feiert, zieht auch den Start des Alltagslebens im neuen Jahr hinaus. RADUGA beginnt schon traditionell am 4. oder 5. Januar mit dem vorgezogenen Weihnachtsfest für den Seniorenclub.

Am 11. Januar war der offizielle Schul- und Kindergartenstart. Die 468 Kinder werden im Jahr 2010 von RADUGA wiederum mit Lebensmitteln in den Schulen versorgt. Besonders zu dieser Jahreszeit spüren und sehen wir, wie sehr diese Mahlzeiten benötigt werden. Die Unterschiede zwischen den Lebensbedingungen in der Stadt und auf dem Land sind in dieser Beziehung augenfällig. Die Möglichkeiten auf dem Lande sind in den Wintermonaten besonders spärlich. Gebaut wird kaum, landwirtschaftliche Arbeiten gibt es, ausser in den Viehbetrieben, fast keine. In dieser Zeit ist der Staat der grösste Arbeitgeber. Administrationsangestellte, Schulen, Kindergärten, eventuell Krankenstationen, geben den Ortsansässigen eine Einkunft.

Für RADUGA ist dies kein Neuland. Seit Jahren richten wir unsere Philosophie nach diesem Teil der Bevölkerung aus. Mit den Schulküchen, dem Bau des Kindergartens Wosnessenije und den vier Ambulatorien haben wir in den letzten Jahren reelle Arbeitsplätze geschaffen oder erhalten.

Heute, im Jahr 2010, ist angesichts der Krise die Situation in der Winterzeit besonders angespannt. Nur die unglaubliche Geduld der Russen lässt sie dies mit stoischer Ruhe ertragen. „Es kommen wieder bessere Zeiten“, „die Blockade von Leningrad haben wir auch überstanden“, sind oft gehörte Antworten. Man lebt mehr von Tag zu Tag. Zukunftsängste rücken so in den Hintergrund.

Wenn sich die Situation in den Familien aber so zuspitzt, dass selbst die Nahrungsmittel knapp werden, kommt bei uns der Notruf. Die steigende Zahl der Lebensmittelpakete als Soforthilfsmassnahme widerspiegelt die jetzige Situation. Für mich persönlich ist das kein befriedigender Zustand. Ich will den Menschen helfen, und zwar langfristig. Lebensmittelpakete in Notzeiten sind gut, lindern aber die Not nur sehr beschränkt.

Daher ist es auch im Jahr 2010 mein Ziel, nebst den Soforthilfsmassnahmen den Menschen mit Studien- und Arbeitsplätzen langfristig zu helfen. Dank Ihrer Unterstützung wird dies erst möglich gemacht. Vielen Dank Euch allen, und viel Glück, Gesundheit und Zufriedenheit wünsche ich jedem von Euch für das neue Jahr.

Mit freundlichen Grüssen
Jörg Duss


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Reise in den russischen Sommer 2010

Erleben Sie mit uns eine Reise in die russische Provinz! Wir offerieren Ihnen erneut einen einwöchigen Einblick in die russische Seele in Tarussa und Umgebung im Juli 2010. Gleichzeitig haben Sie die Gelegenheit, unsere Stiftungsarbeit vor Ort kennenzulernen.