Jelena und die Tapotschki

Viele hundert Paar Finken (Tapotschki) hat Jelena Wasiljevna für RADUGA schon gestrickt. In der Schweiz sind sie seit einigen Jahre ein Verkaufsschlager – zu Recht. Sie wärmen die Füsse und hellen die trübe Wintersicht auf.

2tapotshkiDen Rohstoff für ihre Finken gewinnt Jelena aus Altkleidern, die sie in Tarussa sammelt. Die Strickanleitung für ihre heutige Erwerbsquelle fand sie in einem Haushaltsmagazin. Neben ihrem Hauptabnehmer RADUGA verkauft Jelena die Tapotschki auch an ein Geschäft in Tarussa. Aber die Finken scheinen in der Schweiz viel populärer zu sein als in Russland. Wir verkaufen sie an Vorträgen, Benefizveranstaltungen, Märkten oder privat. Die gefütterten Finken sind ein wahrer Farbtupfer und bringen ein wenig russische Folklore auf Schweizer Fussböden.

3wohnungJelena wohnt in einem zweistöckigen Haus am Rande Tarussas. Sie ist 46 Jahre alt und stammt aus Murmansk. Sie hat zwei Töchter und einen Sohn und ist inzwischen geschieden. Ihre Wohnung konnte sie nur mieten, weil sie die Schulden ihres Vormieters übernahm. Da ihre finanziellen Möglichkeiten nicht ausreichten, wandte sie sich an RADUGA. Unser Stiftungsleiter, Jörg Duss, wusste von ihrem handarbeitlichen Geschick und vereinbarte mit Jelena, dass sie als Gegenleistung für die Finanzhilfe Finken für RADUGA strickt.

4weihnachtsmarktInzwischen sind die Schulden längst beglichen und Jelena verdient mit dem Verkauf der Finken an RADUGA dringend benötigtes Geld. Ihre Kinder studieren und die Wohnung bedarf noch einiger Renovationsarbeiten. Erst vor drei Jahren konnte Jelena endlich einen Wasseranschluss bezahlen und muss nicht mehr die Toilette im Hof benützen.

5raronWir freuen uns über die Erfolgsgeschichte unseres Finkenstars und staunen immer wieder über die neuen Muster, die Jelena präsentiert, wenn sie mit einer frischen Ladung Tapotschki ins Stiftungshaus kommt.

Andrea Schild