Liebe Spenderinnen und Spender, liebe Freunde!

„Man hat mir gesagt, bei RADUGA seien Menschen, die mir sicher helfen werden!“ Das sagte die 13jährige Ljuda, als sie vor kurzem, ganz allein, im RADUGA-Stiftungshaus erschien.

Als unser Projektleiter Jörg Duss mir das erzählte, hatte ich das Gefühl, das sei nun die allerschönste Anerkennung, die uns zu unserem Jubiläum „10 Jahre Wirken in Tarussa“ zuteil wurde – noch viel schöner als alle die vielen Dankesschreiben und die guten, herzlichen Worte, so sehr auch diese uns freuten und rührten. Ein Kind findet den Weg zu uns, voll Vertrauen und Hoffnung, weil es gehört hat, bei RADUGA werde man ihm helfen.

Als Ljuda sich auf den Weg zum Stiftungshaus machte, hatten sie und ihr Brüderchen Serjoscha seit drei Tagen nichts mehr gegessen. Die offenbar schwer alkoholkranke Mutter war verschwunden, die Wohnung fast leer – offenbar waren die meisten Möbel für Wodka versetzt worden. Und, was Ljuda besonders bedrückte: Der Schulbeginn stand vor der Tür, und sie hatte keinerlei Möglichkeit, sich das benötigte Schulmaterial zu beschaffen.

RADUGA hat Ljuda und Serjoscha geholfen. Die allererste Hilfe war ein Lebensmittelpaket, aus dem das offenbar sehr selbständige Mädchen sofort etwas kochte. Und dann wurde das Jugendamt eingeschaltet: Der Mutter musste das Sorgerecht für ihre Kinder entzogen werden, ein Vater war nicht vorhanden. Und zwei Tage später waren die Kinder in einem uns gut bekannten, ordentlichen Kinderheim. Sicher nicht die ideale Lösung, aber in diesem Fall zweifellos die beste. Sollte die Mutter je zu einem geordneten Leben zurückfinden, könnte sie auch die Kinder wieder zu sich nehmen. Aber leider lassen unsere Erfahrungen nicht viel Hoffnung auf eine solche gute Wendung zu.

Ja, das ist eine richtige RADUGA-Geschichte! Unsere vielfältigen Möglichkeiten und guten Beziehungen und die gründliche Kenntnis der Verhältnisse gestatten uns heute eine rasche und umfassende Hilfe in einem Fall wie diesem, wo gleich mehrere Massnahmen getroffen werden müssen. Immer häufiger begegnen uns solche Einzelfälle. Sie ergänzen unsere grösseren Projekte, die dauernden und die einmaligen, und bereichern unsere Erfahrung.

Wir sind glücklich, dass es heute in Tarussa von RADUGA heisst, hier seien Menschen, die helfen werden! Und Sie, liebe Spenderinnen und Spender, liebe Freunde, machen es möglich, dass wir in dieser Weise weiter wirken dürfen. Wir danken Ihnen von Herzen dafür!

Monica Chappuis, Präsidentin