Monatsbericht Juli 2017

Mitte des Monates sagten uns die Meteorologen, dass wir nicht mehr auf den Sommer warten sollten. Wir hatten denn auch weiterhin viel Nässe, die es den Bauern schwer machte, ans Heuen auch nur zu denken. Das Gemüse hingegen wächst sehr gut, beim Getreide kommt es dann darauf an, ob es bei der Ernte nicht zu feucht ist! Hoffen wir das Beste.

Während viele Kinder zusammen mit ihren Eltern in die Sommerferien fahren dürfen, sehen die Ferien bei bedürftigen Familien anders aus. Die Eltern, mit ihrer Arbeit beschäftigt, haben meist keine Zeit, sich um die Kleinen zu kümmern. So sind unsere Sommerlager, von denen wir in diesem Jahr bereits das zweite durchgeführt haben, ein wahrer Segen für viele Familien. Angesichts der Nachfrage und des positiven Resultates machen wir uns bereits für das nächste Jahr Gedanken darüber, ob wir dieses Projekt nicht erweitern möchten. Eine Idee dazu wäre ein Aufenthalt auf unserem Bauernhof, mit dem Ziel, den Kindern zu zeigen, woher die Lebensmittel kommen, und welche Arbeit dafür investiert werden muss, bis sie auf unserem Esstisch sind. Es ist mein ganz persönliches Anliegen, die zukünftige Generation dazu zu bringen, dass sie die Lebensmittel saisonal und regional geniesst. Dies wäre ein grosser Schritt zu einem gesünderen Leben, und zudem eine Hilfe für die örtliche Wirtschaft, ganz besonders die Landwirtschaft!

In diesem Monat durfte ich in Moskau eine ganze Ladung Schuhe abholen, die von einer Schuhboutique gespendet wurden. Solche Kontakte kommen immer wieder zustande, seit die Studentin Marina ihre Diplomarbeit über die Stiftung RADUGA geschrieben hat, mit dem Schwerpunkt, wie man am besten Spendenaufrufe bei der Bevölkerung organisiert, um an humanitäre Hilfe zu gelangen. Dieser Schuh-Spende waren schon mehrere Ladungen an sehr guten Kleidern vorausgegangen, hauptsächlich Kinderkleider. Gerade diese Artikel sind bei uns immer defizitär, daher können Sie sich vorstellen, was diese Spenden für uns bedeuten!

Auf unserem Bauernhof wird ungeachtet der für diese Jahreszeit schwierigen Witterungsbedingungen unser Projekt weiter vorangetrieben. Und wie es im Leben so ist, ganz ohne Schwierigkeiten kann keine Arbeit realisiert werden! Doch eines erleben wir immer wieder: Aus jeder schweren Zeit gehen wir gestärkt hervor. Unsere Gemeinschaft schweisst das jedes Mal noch mehr zusammen, unter dem Motto „Jetzt erst recht!“ Freude bereitet uns die Beobachtung, wie sich unsere Obdachlosen mehr und mehr wieder in die Gesellschaft einfügen. Einige haben den Sprung in ein normales Erwerbsleben schon geschafft, andere stehen kurz davor, einen Neuanfang in ihrem Leben zu wagen. Dieses Rehabilitationsprojekt hat bis anhin alle meine Erwartungen erfüllt, trotz aller Probleme, die mit diesen Menschen und um sie herum entstehen. Wir lernen daraus und erleben sie als Gewinn!

Liebe Grüsse

Jörg