Monatsbericht August 2017

Unerwartet kam ab Mitte August bei uns doch noch der Sommer. Mehrere Tage hatten wir Temperaturen knapp unter der 30° Celsius Marke. Die Menschen waren an so eine Wärme schon gar nicht mehr gewöhnt. Dies dauerte jedoch nicht lange, und uns „überfielen“ wieder Temperaturen um die 10° Celsius. Für die Bienen war dieser Sommer ein Desaster. Die Honigleistung ging um mindestens zwei Drittel zurück. Der Nektar hatte bei diesen Bedingungen kaum Gelegenheit die Bienen zu füttern. Keiner unserer Imker in der Umgebung kann sich nur annähernd an so ein Jahr erinnern.

Das RADUGA-Team hat im August Ferien. Das bedeutet, dass alle Mitarbeiterinnen für ein paar Wochen abschalten und die Zeit intensiv mit der Familie verbringen können. Es heisst jedoch nicht, dass die Stiftung vollständig geschlossen ist. Unsere Altkleidersammlung geht ungehindert weiter. Es vergeht kaum ein Tag, an dem wir nicht im Vorraum des Stiftungshauses Tüten, Säcke oder Kartonschachteln voll von Kleidern, Schuhen, Spielsachen oder Büchern vorfinden. Diese werden dann im Lager untergebracht und nach den Ferien sortiert.

Und gegen Ende des Monates beginnen die Vorbereitungen für das bevorstehende neue Schuljahr für alle Schüler und Schülerinnen sowie Studentinnen und Studenten. Da ist etwa noch Bedarf an Schulmaterial oder einer Schuluniform, oder es steht die Frage im Raum, wie der Schulweg geregelt werden kann. Bei den oft grossen Distanzen von den abgelegenen Dörfern bis zur nächsten Schule helfen wir hin und wieder mit, Fahrgemeinschaften zu organisieren.

Bei unserem Landwirtschaftsprojekt gingen die Aufbauarbeiten im gleichen Rhythmus weiter. Die paar Sommertage machten es uns möglich, die Heuvorräte nochmals aufzustocken. Ab den nächsten Wochen gilt es dann, die Ernte einzufahren. Bei den Kartoffeln, die wir bereits eingebracht haben, war die Ausbeute, drücken wir es mal so aus, „spärlich“. Das Gleiche gilt für die Baumfrüchte, wie Äpfel und Birnen. Für die Landwirtschaft in Zentralrussland waren die Wetterbedingungen in diesem Jahr nicht gerade berauschend. Doch es gilt nach vorne zu schauen, und, wie immer, aus der Situation das Beste zu machen!

Liebe Grüsse

Jörg