Nachträglich wünsche ich Euch allen ein gutes neues Jahr. Speziell wünsche ich allen eine gute Gesundheit und viele ruhige und entspannte Momente. Zudem wünsche ich uns allen, dass wir mehr und mehr das „ausblenden“, auf das wir keinen Einfluss haben, und vielmehr unsere Energie in sinnvolle Tätigkeiten investieren.
Im Gegensatz zum vergangenen Jahr beschert uns der russische Winter heuer alles in vollem Programm. Temperaturen teilweise um die -30 Grad Celsius. Schnee der schon langsam, aber sicher Richtung einen Meter geht. Dass sich Frau Holle das letzte Mal so ins Zeug gelegt hat, ist schon Jahre her. Doch beklagen wollen wir uns nicht. Unsere Landschaft ist wie ein Wintermärchen. Zudem können wir uns über viel Grundwasser freuen, das dann mit der Schneeschmelze aufgefüllt wird.
Anfang des Jahres luden wir schon traditionell unsere alten Bedürftigen zu einem gemütlichen Zusammensein ins Stiftungshaus ein. Zwanzig noch rüstige Babuschkas fanden den Weg zu uns. Bei einem kleinen Mittagessen und gemütlichem Teetrinken wurde wieder viel erzählt, berichtet und gesungen. Bei der Verabschiedung fragten schon alle interessiert, ob wir sie dann am 08. März, dem internationalen Frauentag, auch wieder einladen würden? Selbstverständlich, gehört doch auch dieser Feiertag seit Jahren zum festen Programm von RADUGA.
Angesichts der tiefen Minustemperaturen haben wir uns entschlossen, da wir durch das erneute Schlachten auch die Möglichkeit dazu hatten, unseren Bedürftigen in das Lebensmittelpaket noch einmal ein Stück von dem Schweinespeck zu legen. Unsere Mitarbeiter von der Stiftung erzählen noch heute davon, obwohl es schon zwei Wochen her ist, seit sie diese Verteilung vorgenommen haben, dass die Dankbarkeit der Empfänger nicht in Worte zu fassen ist. Hier spielen zwei Faktoren eine Rolle. Einerseits ist es bei den heutigen Preisen für diese untere Bevölkerungsschicht fast schon unmöglich, sich diesen Speck zu leisten. Andererseits, wer schon mal bei diesen tiefsten Temperaturen in den Genuss kam, von diesem „Energiespender“ zu essen, der weiss, von was ich rede!
Wir haben uns übrigens entschlossen, die Lebensmittelrationen ein wenig aufzustocken, sind die Preise doch seit Jahresanfang erneut angestiegen, was das Volk mit aller Härte zu spüren bekommt. Was mir in diesem Zusammenhang immer wieder auffällt, ist, dass ich nie jemanden hätte klagen hören. Diese stoische Geduld, mit all dem umzugehen, erstaunt mich immer wieder von Neuem.
Mit freundlichen Grüssen
Jörg


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